Digitalisierung im Heidekreis – Gespräch mit Staatssekretärin

by | Jun 2, 2026 | Uncategorized | 0 comments

Auf großes Interesse ist das Fachgespräch des hiesigen Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke mit der Staatssekretärin für Digitalisierung Anke Pörksen gestoßen. Bürgermeister, Bürgermeisterkandidaten, Unternehmer, Verbandsvorsitzende sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in den Forellenhof gefolgt, um über die Zukunft der Digitalisierung im Heidekreis zu diskutieren.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie weit der Heidekreis bei der Digitalisierung von Verwaltung und Wirtschaft bereits ist und welche Schritte notwendig sind, um Prozesse schneller, einfacher und bürgerfreundlicher zu gestalten. Dabei wurden sowohl bestehende Projekte als auch Erfahrungen anderer Landkreise thematisiert.

Sebastian Zinke machte dabei deutlich, dass der Heidekreis beim Thema Digitalisierung Aufholbedarf habe: „Der Heidekreis ist aktuell nicht die Speerspitze bei der Digitalisierung von Verwaltungsprozessen oder beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Andere Landkreise wie Nienburg oder Lüchow-Dannenberg haben in den vergangenen Jahren Tempo gemacht und uns in einigen Bereichen überholt. Das sollte für uns Ansporn sein, schneller und mutiger zu werden.“

Besonderes Augenmerk lag auf der Digitalisierung der Kommunen sowie der Vereinfachung von Verwaltungsabläufen. Diskutiert wurde unter anderem, wie Genehmigungsverfahren beschleunigt und Verwaltungsleistungen künftig noch stärker online angeboten werden können.

In einem lebendigen Vortrag machte Staatssekretärin Anke Pörksen deutlich, dass die Dynamik beim Thema Digitalisierung zuletzt deutlich zugenommen habe. Ziel des Landes sei es, bis zum Jahresende mindestens fünf weitere Verwaltungsleistungen vollständig zu digitalisieren und damit den Zugang für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen spürbar zu vereinfachen.

„Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss den Alltag der Menschen einfacher machen. Gerade im ländlichen Raum können moderne digitale Verwaltungsangebote Wege verkürzen, Verfahren beschleunigen und Kommunen entlasten“, erklärte Pörksen. Zugleich lobte sie die offene Diskussion im Heidekreis: „Ich nehme viele konkrete Hinweise und Anliegen mit nach Hannover. Der Heidekreis hat engagierte Akteure und großes Potenzial, die begonnenen Prozesse weiter voranzubringen.“

Auch aus kommunaler Sicht wurde die Bedeutung des Themas hervorgehoben. „Die Menschen erwarten zu Recht, dass Verwaltungsleistungen einfach, schnell und digital erreichbar sind“, so der Schwarmstedter Samtgemeindebürgermeister Björn Gehrs. „Mit der Digitalisierung wollen wir immer mehr Dienstleistungen rund um die Uhr von zu Hause aus anbieten. Wenn wir dabei auch neue Möglichkeiten wie Künstliche Intelligenz sinnvoll nutzen, entlasten wir die Verwaltung und schaffen spürbar mehr Zeit für die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger.“

Niels Joachim, Geschäftsbereichsleiter für Bürgerdienste und Verwaltungssteuerung und Bürgermeisterkandidat für Walsrode, betonte: „Digitalisierung entscheidet zunehmend darüber, wie handlungsfähig Kommunen künftig sind. Auch das Walsroder Rathaus hat bereits Schritte unternommen, gleichzeitig erleben wir im Alltag noch zu häufig komplizierte Verfahren und unterschiedliche Standards. Deshalb ist der Austausch mit dem Land wichtig, damit Digitalisierung für Kommunen praktikabel und für Bürgerinnen und Bürger tatsächlich spürbar wird.“

Der intensive Austausch zog sich über mehrere Stunden. Deutlich wurde dabei, dass sowohl Kommunen als auch Unternehmen und Ehrenamtliche eine stärkere Unterstützung bei der digitalen Transformation erwarten. Gleichzeitig bestand Einigkeit darüber, dass Digitalisierung und Staatsmodernisierung nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort gelingen können.

„Die große Beteiligung zeigt, wie relevant das Thema inzwischen geworden ist“, betonte Sebastian Zinke abschließend. „Wir brauchen weniger komplizierte Verfahren, schnellere Entscheidungen und eine Verwaltung, die digital denkt und handelt. Wenn andere Landkreise zeigen, dass es funktioniert, dann muss das auch unser Anspruch im Heidekreis sein.“